Salis, Flandrina von (1923-2017)

Salis, Flandrina von (1923-2017)

geb. in St. Moritz, von Malans, Urenkelin des Dichters Joh. Gaudenz von Salis, Tochter des  Dr.med. Hans Wolf von Salis, verlebte ihre Jugend im Engadin, reist viel, Buchhändlerin. Im Schloss Bothmar zu Malans Buchbinderstudio. 1955 gab sie „Mohnblüten, abendländische Haiku“ heraus, ferner „Neue Haiku“, in: Bündner Jahrbuch, Chur 1964.

 

Nachlass: Staatsarchiv Graubünden, N4


Salis, Hortensia v. (1659-1715)

Salis, Hortensia, verw. Gugelberg von Moos (1659-1715)

Erste Bündner Gelehrte und Kämpferin für die Rechte der Frauen. Bedeutendste Frauengestalt und erste Vertreterin einer höheren Frauenbildung. Ihr Vater, Gubert von Salis-Soglio, wurde in Maienfeld eingebürgert. 1682 verheiratete sie sich mit Rudolf Gugelberg (gest. 1692). Ihre Studien umfassten Religion, Pharmazie, Medizin, Botanik, soziale Fragen. Sie praktizierte als Heilkundige. Da ihre eigenen Kinder früh starben, nahm sie Waisenkinder in ihr grosses Haus auf. Brieflicher Verkehr mit vielen Gelehrten, so Prof. H. Heidegger, Prof. Scheuchzer, Prof. J.H. Schweizer, Anna Maria Schürmann, Universalgelehrte. Hortensia schrieb, beeinflusst vom Pietismus, 1695 die „Glaubensrechenschaft einer adligen, reformiert-evangelischen Dame“ (2. Auflage 1696) sowie „Geist- und lehrreiche Conversationsgespräche“, 1696. Als Gelehrte und erste Schriftstellerin in der Schweiz empfing sie viele Besuche. Ihre Schönheit, Eloquenz und ihr Helferwille wurden gleichermassen gerühmt. Das Ölportrait als einzige bekannte Abbildung von Hortensia v. Salis befindet sich im Schloss Salenegg.

Lit.: Maya Widmer, Hortensia v. Salis, verw. Gugelberg v. Moos, 2003. Zeitgenössische Nachrufe. – Lilli Frei, Hortensia von Salis, Dissertation, Zürich 1920. – Schweizer Frauen der Tat. – F. Pieth, Bündnergeschichte, Chur 1945, S. 243. – Lexikon der Frau, Bd. 1, S. 1303. – B. Wehrli, in: Bedeutende Bündner, Bd. 1, Chur 1970, S. 218-221.

 


Simonett-Giovanoli, Elda (1924-2018)